Brustvergrößerung (Mamma-Augmentation) bei Transsexualität Mann zu Frau

Eine Brustvergrößerung bei Transsexualität Mann zu Frau – warum?

Der Begriff Geschlechtsumwandlung ist nicht ganz korrekt, denn die Chromosomen (Erbinformation, die auch das Geschlecht beinhaltet) ändern sich schließlich nicht.

Die Operation zur Geschlechtsangleichung Mann zu Frau ist prinzipiell bei intersexuellen Personen und bei Transfrauen (Mann- zu- Frau Transsexuellen) möglich.

Bei Transsexualität Mann-zu-Frau führt das Fehlen der weiblichen Brust als optisch notwendiges sekundäres Geschlechtsmerkmal zu einer hohen psychischen Belastung. Für nahezu alle Transfrauen ist einer der wichtigsten Lebensaspekte, sich vollkommen als Frau zu fühlen. Dazu gehören natürlich auch weibliche Brüste. Deshalb wünschen sich viele Transsexuellen Männern den Aufbau einer weiblichen Brust.

Trotz jahrelanger Hormontherapie kommt bei den meisten Transfrauen zu keinem ästhetisch befriedigenden Ergebnis. Mit einer Brustvergrößerung mit Implantaten kann dann die gewünschte Silhouette erreicht werden.

Was sind die Voraussetzungen für eine Brustvergrößerung bei Transsexuellen Männern?

Nachdem auf dem Amtsweg die Personenstandänderung vollzogen ist, führe ich diesen Eingriff durch. Im Rahmen der Personenstandänderung sollten Sie sich einer gegengeschlechtlichen Hormonbehandlung von mindestens sechs bis acht Monaten, besser 1 Jahr unterzogen haben.

Außerdem benötige ich zwei Gutachten von Psychologen, die Ihre Transsexualität (Transidentität) bestätigen. Dies können zum Beispiel die Gutachten sein, die Sie im Rahmen Ihrer Vornamens- und Personenstandsänderung eingeholt haben.

Je nach Ihren körperlichen Voraussetzungen und Wünschen, können verschiedene Techniken zur Brustvergrößerung angewendet werden. Welche für Sie die richtige ist, erörtern wir gemeinsam in mehreren Beratungsgesprächen. In den persönlichen Vorgesprächen berate ich Sie über den genauen Ablauf der Operation und beantworte Ihre Fragen.

Unser gemeinsames Ziel ist

  • eine normale, weiblich aussehende Brust mit sensibler und anatomisch korrekter Brustwarze.
  • Das bestmögliche ästhetische und funktionelle Ergebnis.
  • Die kürzeste Klinikaufenthaltszeit und eine schnelle Genesung.

Wie bereite ich mich auf eine Brustvergrößerung vor?

Neben den allgemeingültigen körperlichen und gesundheitlichen Voraussetzungen für eine Operation, gibt es bei der Brustvergrößerung bei Transsexualität Mann-zu-Frau noch einige weitere wichtige Punkte, die zu beachten sind. Unter anderem sind hier zu nennen:

  • Die Operation werde ich im Vorfeld mit dem behandelnden Endokrinologen (Hormonspezialisten)genau und detailliert besprechen.
  • Die Hormoneinnahme sollte seit mindestens sechs Monaten, besser 12 Monaten erfolgen.
  • Vor der Operation sollten Indikationsschreiben sowie gesicherte Diagnosen zweier Gutachter (psychologische Gutachten) vorliegen.
  • Laut MDS-Richtlinie von 2009 beträgt die Therapiezeit vor der Operation mindestens 18 Monate.
  • Sollten die Kosten für die Brustvergrößerung von Ihrer Krankenkasse übernommen werden, bitte ich Sie mir die Kostenübernahmeerklärung vorzulegen.
  • Eine Übersicht entnehmen Sie bitte dem Kapitel: Kapitel der Brustvergrößerung bei Frauen.

Was geschieht bei einer Brustvergrößerung bei Transsexualität Mann zu Frau, gibt es Unterschiede zu den nicht Transfrauen?

Durch die Entwicklung neuer Operationstechniken (z. B. die komplett submuskuläre Brustvergrößerung) kann heutzutage auch der Wunsch eines transsexuellen Mannes nach einer weiblichen Brust erfüllt werden.

Da die männliche Brust wenig über Bindegewebe und Weichteilmantel verfügt, fehlt bei einer Brustvergrößerung durch ein Implantat der natürliche Mantel, der verhindert, dass die Ränder des Implantats später ertastet werden können. In manchen Fällen wäre die Prothese sogar gut sichtbar.

Die Vorgehensweisen zur Brustvergrößerung sind auch hier unterschiedlich. Es gibt keine „optimale Technik“, die bei Jeder das beste Ergebnis erzielt. Die Technik, die ich anwende hängt von Ihren körperlichen Voraussetzungen, Ihren Gewohnheiten (z.B.: Sport), von Ihren Vorstellungen und von vielen anderen Faktoren ab.

Beim (komplett) submuskulären Brustvergrößerungsverfahren lege ich das Implantat über einen Schnitt -am unteren Rand des Brustwarzenhofes oder in der Umschlagfalte- (komplett) unter den Brustmuskel, wodurch ein (sehr) natürliches Ergebnis erzielt werden kann.

Die Brustvergrößerung bei transsexuellen Männern unterscheidet sich von der bei den Frauen unter anderem durch das eingesetzte Implantat, welches sowohl im Durchmesser als auch im Volumen und der Projektion deutlich größer ist. Bei Transfrauen nehme ich gerne Prothesen mit einer etwas breiteren Basis, die meistens (nicht immer!) hinter dem Brustmuskel platziert werden.

Beim epimuskulären Brustvergrößerungsverfahren lege ich das Implantat über einen Schnitt -am unteren Rand des Brustwarzenhofes oder in der Umschlagfalte- auf den Brustmuskel. Bei geeigneten Kandidaten kann ich ebenso ein natürliches Ergebnis erzielen.

Anmerkung:

  • Die Implantate setze ich so nah wie möglich zur Mitte hin. Durch den etwas bereiteren Oberkörper und Brustkorb und durch die mehr nach außenstehenden Brustwarzen bei Transfrauen stehen die Implantate und somit auch die Brüste im Vergleich zu einer Frau weiter nach außen wodurch das Dekolleté etwas breiter wird.
  • Die großen Brustwarzen verkleinere ich um ein ästhetisch befriedigendes Ergebnis zu erreichen.
  • Manchmal muss die Brustwarze dann in einer anderen Position wieder angenäht werden.

Muss ich sichtbare Narben befürchten?

Die Narben setze ich am unteren Rand des Brustwarzenhofes oder in der Umschlagfalte. Die sind am Anfang sichtbar, mit der Zeit werden die unauffällig, sofern keine Neigung zur Verdickten Narbenbildung vorliegt.

Welche Komplikationen können bei der Operation auftreten?

Keine Operation ist ohne Risiko. Trotz größter Sorgfalt können – wie bei jedem chirurgischen Eingriff – während oder nach der Operation vereinzelt Komplikationen auftreten.

Eine Übersicht entnehmen Sie bitte dem Kapitel: Komplikationen der Brustvergrößerung bei Frauen.

Welche Narkose erhalte ich bei der Brustvergrößerung und wie lange dauert der Klinikaufenthalt?

Der Eingriff erfolgt in der Regel in Vollnarkose und stationär. Nach der Operation bleiben Sie eine, auf Wunsch auch 2 Nächte, in meiner Behandlung in der medizinischen Einrichtung.

Was muss ich nach der Brustvergrößerung beachten?

Das weitere Vorgehen nach der OP werde ich mit Ihnen vom Fall zu Fall gemeinsam besprechen.

Eine Übersicht entnehmen Sie bitte dem Kapitel: Brustvergrößerung bei Frauen.

Wie hoch sind die Kosten einer Brustvergrößerung und gibt es eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse?

Die Kostenübernahme für die Brustvergrößerung bei Transfrauen im Rahmen der Geschlechtsangleichung wird im Regelfall von den Krankenkassen übernommen. Eine Verpflichtung zur Übernahme der Kosten besteht allerdings nicht. Es handelt sich um eine „Kann-Regelung“. Meist kann im Rahmen einer Einzelfallentscheidung die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse erreicht werden.

Hierzu ist es allerdings wichtig, vor der Operation einen Antrag auf Kostenübernahme an die für Sie zuständige Krankenkasse zu richten.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Kapitel Preise.

Kann ich mir vorab mit Vorher/Nachher-Bildern einen optischen Eindruck verschaffen, um mir eine eigene Meinung zu bilden?

In Deutschland ist es nicht zulässig, in öffentlichen Medien Vorher/Nachher-Aufnahmen von anderen behandelten Patienten zu zeigen.

In meiner Praxis gebe ich Ihnen jedoch gerne optische Eindrücke über die Narbenverläufe, die Brustform und die Brustproportionen nach der Brustvergrößerung bei -von mir behandelten- Transfrauen.